Manche Drehorte muss man bauen. Diesen mussten wir nur freilegen. Eine Lagerhalle aus den späten Sechzigern, halb vergessen zwischen Hafenbecken und Bahngleisen — roher Beton, hohe Fenster, ein Licht, das im Tagesverlauf durch den ganzen Raum wandert. Wir haben fast nichts hinzugefügt und vieles weggenommen.
Ein Set aus Licht und Beton
Wie eine leerstehende Lagerhalle in Hamburg-Veddel für drei Drehtage zur Bühne wurde.
I. Der Ort
Vom Eingang aus wird das Prinzip sofort klar: so wenig Eingriff wie möglich. Wir lassen die Geschichte des Raumes sprechen und weben nur dort Technik ein, wo sie unsichtbar bleibt. Im Zentrum steht ein einziger, weich gesetzter Lichtkegel — alles andere ist Reflexion, Schatten und Geduld.
II. Das Licht
Die Wände blieben, wie sie waren: Beton mit den Spuren von fünfzig Jahren. Ein einzelner Teppich aus Bühnenmolton zieht sich über den Boden und nimmt die Unebenheiten auf. Jede Lichtquelle wurde von Hand gesetzt, geprüft, wieder verschoben — bis der Raum nicht beleuchtet, sondern bewohnt wirkte.
Am Ende sind es die kleinen Unregelmäßigkeiten, die den Unterschied machen: ein Staubkorn im Gegenlicht, der zu warme Rand eines Scheinwerfers, der Schatten einer Hand, der für einen Moment über die Wand fällt. Das sind die Spuren, die einem Bild Leben geben.